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Reisen · 4 Min

Ein Ort, den die Zeit vergessen hat

Ich habe eine Schwäche für Dörfer, die sich an einen Berg klammern. Man lässt das Auto unten, geht die letzten Meter zu Fuß, und mit jeder Stufe fällt etwas von der Eile ab. Gordes ist so ein Ort. Oben angekommen bin ich immer ein wenig langsamer als vorher, und das ist genau der Grund, warum ich immer wieder komme.

Warum das Alte trägt

Diese Dörfer wurden gebaut, um zu bleiben, aus dem Stein, der direkt darunter lag. Nichts daran war modisch, alles war vernünftig, und gerade deshalb stehen sie noch. Ich denke oft, dass wir das wieder lernen dürfen, mit dem zu bauen, was da ist, und für lange, nicht für die nächste Saison. Ein altes Dorf ist die schönste Lektion darin.

Enge Gassen, weite Blicke

Das Schöne an einem Bergdorf ist der Wechsel. Erst die schmalen, kühlen Gassen, in denen man den Himmel nur als Streifen sieht, dann plötzlich eine Ecke, und das ganze Tal liegt vor dir. Diese Abfolge aus Enge und Weite macht etwas mit einem, sie öffnet den Brustkorb. Kein Aussichtsturm schafft, was eine gewachsene Gasse schafft.

Langsam werden, ganz oben

Oben gibt es meist nicht viel zu tun, und das ist der Punkt. Ein Kaffee, ein Blick, ein Streicheln über warmen Stein. Man reist nicht nach Gordes, um etwas abzuhaken, sondern um für ein paar Stunden im Tempo eines Ortes zu gehen, der seit Jahrhunderten dasselbe tut, dastehen und schön sein. Das nehme ich jedes Mal mit nach Hause.

Häufige Fragen

Was macht die Bergdörfer der Provence besonders?

Sie sind aus dem lokalen Kalkstein gewachsen, oft mörtellos gebaut, und verbinden enge, kühle Gassen mit weiten Blicken über das Land. Gewachsen statt geplant.

Lohnt sich Gordes auch ohne Programm?

Gerade dann. Der Reiz liegt im Umherschlendern, im Licht auf dem Stein und in der Langsamkeit, nicht im Abhaken von Sehenswürdigkeiten.

Wann ist es in den Bergdörfern am schönsten?

Am späten Nachmittag und frühen Abend, wenn die Besuchermengen dünner werden und der Stein golden zu leuchten beginnt.