DE EN FR

Reisen · 4 Min

Der Wind, der den Kopf frei macht

Alle wollen das ruhige, türkise Meer, und ich verstehe das. Doch mein liebster Moment an den Calanques ist ein anderer, der Tag mit Wind, wenn die See gegen den weißen Fels schlägt und die Gischt bis nach oben fliegt. Etwas an diesem Aufruhr macht in mir seltsamerweise still.

Groß werden, indem man klein wird

Vor einem tobenden Meer wird man klein, und das tut gut. Die eigenen Sorgen schrumpfen auf ihr richtiges Maß, wenn etwas so Großes vor einem arbeitet. Ich glaube, wir brauchen das ab und zu, einen Ort, der uns nicht schmeichelt, sondern erinnert, dass die Welt auch ohne uns weitergedreht hat und weiterdrehen wird.

Salz, Wind, ein klarer Kopf

Der Mistral räumt nicht nur den Himmel auf, sondern auch den Kopf. Nach einer Stunde am windigen Fels ist etwas in mir sortiert, das drinnen wochenlang durcheinander war. Kein Bildschirm schafft das, keine App. Nur Salz auf den Lippen, Wind in den Ohren und ein Stein, der Millionen Jahre alt ist und sich nicht aus der Ruhe bringen lässt.

Die Kinder und das Wasser

Die Kleinen stehen dann am Rand, sicher an der Hand, und schauen den Wellen zu, als wäre es Kino. Und vielleicht ist es das auch. Ich lasse sie schauen, so lange sie wollen. Denn diese frühe Ehrfurcht vor etwas Größerem, das nehmen sie mit, lange nachdem der Sand aus den Schuhen gerieselt ist.

Häufige Fragen

Ist das Meer an windigen Tagen gefährlich?

Bei Mistral kann die See an den Felsen rau und die Gischt hoch sein. Mit Abstand zur Kante und ohne ins Wasser zu gehen, lässt sich das Schauspiel sicher genießen, besonders mit Kindern.

Wann weht der Mistral?

Er kann das ganze Jahr wehen, oft mehrere Tage am Stück, besonders im Frühjahr. Danach ist die Luft klar und die Sicht weit.

Lohnt sich die Küste auch bei schlechtem Wetter?

Gerade dann. Wind und raue See zeigen die Calanques von ihrer wilden Seite, roh und eindrucksvoll, ganz ohne Menschenmengen.